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Tipps und Tricks beim Fragebogen erstellen

Der Fragebogen ist ein Mittel zur Erhebung von Daten. Er wird überwiegend in den Sozialwissenschaften und der Psychologie genutzt. Es werden Daten über die sozialen und politischen Einstellungen, Interessen und Meinungen erhoben. Mit einem Fragebogen können leicht sehr große Mengen von Menschen befragt werden, deren Aussagen statistisch ausgewertet werden.


Die Befragungen mittels Fragebogen sind standardisiert. Ihre Gültigkeit und ihre Zuverlässigkeit sind daher von bestimmten Vorgängen abhängig.

1. Der Fragevorgang, also die Art wie formuliert, wie die Fragen platziert und wie sie strukturiert werden, bestimmt Zuverlässigkeit und Gültigkeit.
2. Die Form des Fragebogens, die Technik, die Darbietung und das Design, hat auch Auswirkungen auf seine Gültigkeit und Zuverlässigkeit.

Die richtige Art der Fragestellung und der Aufbau des Fragebogens sind also eminent für eine erfolgreiche Erhebung durch Fragen.

Arten der Fragen

Bevor gefragt werden kann, muss klar sein, welche Informationen mit Hilfe der Frage gewonnen werden sollen.
Danach kann zwischen Einstellungs- und Meinungsfragen, Überzeugungsfragen, Verhaltensfragen oder Eigenschaftsfragen unterschieden werden.
Mit Hilfe der Einstellungs- und Meinungsfragen kann eine Bewertung erfragt werden. Beispiel: Der Befragte soll Aussagen von Politikern bewerten. Der Bewertungscharakter der Frage ist an Sprachfloskeln wie „lehne ab“, „stimme zu“, „gut“, „schlecht, „positiv, „negativ“ und verwandten Arten zu erkennen.
Die Überzeugungsfragen konzentrieren sich auf die Erfassung und Einschätzung der Realität. Es kann sich, um vergangene, gegenwärtige oder zukünftige Geschehen handeln. Beispiel: Wer wird die nächste Wahl gewinnen?
Die Verhaltensfragen wollen das Verhalten des Befragten erfassen. Sie berichten über das Verhalten des Befragten in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
Eigenschaftsfragen wollen Eigenschaften des Befragten festhalten. Eigenschaften sind meist demographischer, medizinischer oder persönlicher Art. Beispiel: Alter, Bildung, Wohnort oder Herkunft.

Die Fragen richtig stellen

Einen Fragebogen erstellen, bedeutet auch die Fragen richtig stellen. Das bezieht sich auf die Formulierung der Frage.
Fragen können offen oder geschlossen formuliert werden. Offene Fragen haben keine Antwortvorgaben. Der Befragte gibt die Antwort in freier Form.
Die geschlossene Frage hat Antwortvorgaben. Das verkleinert den Aufwand bei der Auswertung der Fragen. Geschlossene Fragen vermindern auch die Verzerrungen, die durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Beantwortung entstehen.
Neben dem Charakter der Formulierung gibt es noch andere Punkte zu beachten:

  • Fragen sollten kurz sein.
  • Fragen sollten verständlich sein und sich an der Alltagssprache anlehnen.
  • Frage, die die Antworten suggerieren, gehören nicht in einen Fragebogen.
  • Fragen sollten eindeutig und klar formuliert sein.
  • Fragen müssen neutral formuliert sein. Begriffe, die mit Vorurteilen belastet sind, werden nicht verwendet.
  • Hypothetische Fragen sollten nicht gestellt werden.
  • Fragen sollten keine doppelte Verneinung enthalten.
  • Sie sollten nur eine Antwort erlauben.
  • Fragen können sowohl negative, wie positive Antwortmöglichkeiten haben.
  • Auch Weiß nicht sollte als Antwort möglich sein.

Der Aufbau eines Fragebogens

Der Fragebogen sollte so aufgebaut sein, dass die Einleitungsfragen die Motivation zur Beantwortung schafft. Sie sollen Interesse erwecken.
Am Anfang des Fragebogens sollten keine persönlichen oder demographischen Fragen stehen.
Der Fragebogen sollte in einzelne Themengebiete getrennt werden. Dabei beginnen die verschiedenen Themengebiete mit Überleitungsfragen.
Fragen zu sensiblen Themen sollten zum Ende des Themengebiets oder des Fragebogen stehen.

Regeln bei der Fragenformulierung

Bei der Entwicklung eines Fragebogens sind verschiedene, einfache Regeln zu beachten. Wichtig ist vor allem, dass einfach zu verstehende eindeutige Begriffe verwendet werden, die von allen Befragten in gleicher Weise verstanden werden. Auch sollten die Fragen eher kurz gehalten werden – lange und komplexe Formulierungen sind zu vermeiden. Auch sind hypothetische Fragen nicht empfehlenswert.

Bei der Formulierung der Fragen ist darauf zu achten doppelte Stimuli und Verneinungen zu vermeiden. Dies widerspricht einer eindeutigen Formulierung und der Befragte kann zwischen beiden Stimuli nicht unterscheiden. Natürlich sollten dem Befragten auch keine „Worte in den Mund“ gelegt werden. Suggestive Fragen sind zu vermeiden, d.h. Fragen, bei denen sich der Befragte in eine ihm ggf. unbekannte Situation versetzen muss.


Fragen verzerren die Ergebnisse und im Endeffekt kann man den Fragebogen dann auch selbst beantworten.

Dass jede Frage von der befragten Person beantwortet werden kann ist ebenso eine wichtige Voraussetzung für einen guten Fragebogen. Er muss zur Zielgruppe passen und darf diese nicht überfordern. Auch muss der zeitliche Bezug eindeutig sein. Wenn man Fragen stellen will, die auf Sachverhalte bzw. Meinungen innerhalb eines Zeitraumes abzielen, müssen der Zeitraum eindeutig definiert werden (z.B. Haben Sie innerhalb des letzten Monats ein Auto gekauft).

Bei der Formulierungder Antworten ist darauf zu achten, dass sie alle möglichen Fälle abdecken und überschneidungsfrei sind. Häufig werden Ausweichkategorien vergessen oder bei der Planung übergangen und der Befragte kann sich in keiner Antwortkategoriewieder finden.Ebenso wichtig wie die Formulierung ist die Platzierung der Frage im Kontext der gesamten Umfrage. Bei der Fragebogengestaltung muss darauf geachtet werden, dass Fragen nicht auf andere ausstrahlen. Zudem sollte man die Fragenso stellen, dass sie von jedem Befragten in der gleichen Art und Weise verstanden werden können.
Alles in allem sind das einfache Regeln, die bei der Umsetzung von Umfragen eingehalten werden sollten. Dennoch ist es in der Praxis meist so, dass nicht alle dieser Faktoren zu einem hinreichenden Grad berücksichtigt werden und aufgrund mangelnder Zeit oder fehlendem Wissen zu schlechten Fragen und somit schlechten Antworten führen.Einfachheit und Klarheit ist hierbei geboten. Im Zweifelsfall ist es immer sinnvoll Fachbegriffezu erklären.Antwortvorlagen bieten einen einfachen und schnellen Einstieg in die Marktforschung. Man kann davon ausgehen, dass diese Fragen sich über einen gewissen Zeitraum bewährt haben und zu den richtigen Ergebnissen führen. Fehler aufgrund der Nichtbeachtung von handwerklichen Regeln werden minimiert bzw. ausgeschlossen.

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